Wenige Monate später kehrten die Speiers dann aber
doch Hersfeld den Rücken. In dem Haus
Schwanenstraße 12 im Frankfurter Ostend fanden
Adolf, Berni, Großmutter Jettchen und Hanna Speier
sowie Tante Bertha Nussbaum Ende April 1939 einen
Unterschlupf - er wurde zur letzten Station vor ihrer
Deportation im September 1942. Es war das Gebäude,
in dem früher Pioniere für den Einsatz in der
Landwirtschaft in Palästina vorbereitet wurden. Am
18. Juni 1939, nach acht Wochen in Frankfurt, schrieb
Adolf Speier voller Galgenhumor in einem Brief an
seine Schwester Bertha, die seit Mitte 1936
in Palästina lebte:
"Gesund sind wir G'tt Lob noch alle, wenn auch das
Fett nicht drückt. Ich selbst bin ja noch dick genug,
trotzdem ich zirka 20 Pfund abgenommen habe, aber
unsere Damen sind schlank geworden, besonders die
liebe Berni ist sehr runter und kann sich gar nicht
erholen."
Adolfs Schwester Hanna gab in dem gleichen Brief
auch die Erklärung für die gegenüber Hersfeld bzw.
Rotenburg magerere Kost in Frankfurt:
"Vor allen Dingen fehlt uns der Garten. Man ist das nicht
gewöhnt, wenn man jedes bißchen Gemüse auf dem
Markt kaufen muß. Wenn man ja ordentlich Geld hat,
dann geht es ja, aber das ist bei den meisten
nicht der Fall, es ist aber nicht zu ändern."
Haus Schwanenstraße 12 in Frankfurt,
in das die Rotenburger Speiers im April 1939 im
Parterre eine Unterkunft fanden - bis zu ihrer
Deportation im September 1942
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