Milian war durch die KZ-Haft vom Som-mer noch in einem so schlechten Ge-sundheitszustand, dass er die erneute Gefangenschaft sicher nicht überlebt hätte. Da beschwor ihn sein Bruder ge-radezu: "Steh ja nicht auf, stell Dich tot oder mach sonst was!" Vor dem Ab-transport nach Kassel, hörte Manfred einen der Nazi-Aufpasser sagen: "Der ist ja sowieso schon verreckt!" Schließlich ließ man Milian liegen und entließ ihn unter strengen Meldeauflagen wegen Haftunfähigkeit nach Hause, während Manfred mit den anderen Männern ins Konzentrationslager Buchenwald abtransportiert wurde.
Nach Informationen der Gedenkstätte Buchenwald wurden die Verhafteten "per Lastwagen nach Kassel, von da mit der Bahn bis Hauptbahnhof Weimar beför-dert. Dort mussten die Häftlinge die 
 
  
Zynismus und Hohn am Eingangstor zum Konzentrationslager Buchenwald
Treppe am Nebenbahnsteig, dem so-genannten Fürsteneingang, hinunter. Dann trieb sie die SS mit Schlägen durch einen kleinen schmalen Tunnel zum Bahnhofsvorplatz. Mit Lastwagen wurden sie schließlich bis zum Hauptein-gang des ca. 8 km entfernt gelegenen Konzentrationslagers auf dem Etters-berg gebracht. Neben den allgemeinen Grausamkeiten herrschte im Lager, bedingt durch die Berglage, besondere Wasserknappheit. Auch gab es für die vielen Menschen kaum Latrinen." 
  
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Novemberpogrom 1938