Milian war durch die KZ-Haft vom Som-mer noch in einem so schlechten Ge-sundheitszustand, dass er die erneute
Gefangenschaft sicher nicht überlebt
hätte. Da beschwor ihn sein Bruder ge-radezu: "Steh ja nicht auf, stell Dich tot
oder mach sonst was!" Vor dem Ab-transport nach Kassel, hörte Manfred
einen der Nazi-Aufpasser sagen: "Der ist
ja sowieso schon verreckt!" Schließlich
ließ man Milian liegen und entließ ihn
unter strengen Meldeauflagen wegen
Haftunfähigkeit nach Hause, während
Manfred mit den anderen Männern ins
Konzentrationslager Buchenwald
abtransportiert wurde.
Nach Informationen der Gedenkstätte
Buchenwald wurden die Verhafteten "per
Lastwagen nach Kassel, von da mit der
Bahn bis Hauptbahnhof Weimar beför-dert. Dort mussten die Häftlinge die
Zynismus und Hohn
am Eingangstor zum
Konzentrationslager
Buchenwald
Treppe am Nebenbahnsteig, dem so-genannten Fürsteneingang, hinunter.
Dann trieb sie die SS mit Schlägen
durch einen kleinen schmalen Tunnel
zum Bahnhofsvorplatz. Mit Lastwagen
wurden sie schließlich bis zum Hauptein-gang des ca. 8 km entfernt gelegenen
Konzentrationslagers auf dem Etters-berg gebracht. Neben den allgemeinen
Grausamkeiten herrschte im Lager,
bedingt durch die Berglage, besondere
Wasserknappheit. Auch gab es für die
vielen Menschen kaum Latrinen."