Vorbote des Novemberpogroms 1938
Ein einschneidendes Erlebnis war es für Manfred, als
im Juni 1938 sein Bruder Milian verhaftet und in das
KZ Buchenwald verschleppt wurde. Und zwar muss
dies in der Woche vom 13. bis 18. Juni geschehen
sein im Rahmen einer Willküraktion mit dem Namen
"Arbeitsscheu Reich". Kleinkriminelle traf es und auch
Juden, die wegen einer unbedeutenden Ordnungs-widrigkeit oder auch ohne Grund verhaftet wurden.
Auf eine vom amerikanischen Konsulat ausgestellte
Wartenummer hin, die eine baldige Auswanderung
versprach, wurde Milian nach einiger Zeit wieder
entlassen, hatte sich aber regelmäßig bei der Polizei
zu melden. Zunächst aber musste er wegen seines
erbärmlichen Gesundheitszustandes nach Fulda ins
Krankenhaus. Zum einen litt er an Diabetes, worauf
man im KZ gewiss keine Rücksicht genommen hatte,
zum anderen hatte ihm die SS mit dem Gewehrkolben
derart die Nase eingeschlagen, dass er 14 Tage lang
in der Klinik behandelt werden musste. - Im Februar/
März 1940 gelang Milian die Flucht in die USA.