Lebenszeichen aus Frankfurt
Marga lebt eine Zeitlang bei Verwandten in Frankfurt. Dort besucht
sie zusammen mit ihrer Freundin Friedel Nußbaum aus Burghaun eine
jüdische Schule. Anfang Dezember 1941, als die meisten der noch in
Burghaun lebenden Juden die Nachricht von der bevorstehenden
Deportation erhalten, kommt sie nach Burghaun zurück. Natürlich
will sie jetzt bei ihren Leuten sein. Aber, welch ein Wunder, Margas
Familie und die Familie Stern aus der Burgstraße stehen nicht auf der
Deportationsliste. Sie können vorerst in Burghaun bleiben, während
die anderen jüdischen Einwohner am 7. Dezember 1941 in das
Konzentrationslager Riga, fern in Rußland, verschleppt werden.
Später ist Marga wieder in Frankfurt, wahrscheinlich um dort weiter
die Schule zu besuchen. Das beweist eine Postkarte von Tante Bertel
und Onkel Nathan Stern vom 14. Februar 1942 nach Holland, die Marga
adressiert und auf die sie einen Gruß an ihre Cousine Herta schreibt.
Doch lang kann Margas Aufenthalt in Frankfurt nicht gedauert haben,
denn am 1. Juli 1942 werden alle jüdischen Schulen endgültig
geschlossen.
Margas
Unterschrift auf
einer Postkarte
der Verwandten
an ihre Cousine
Herta Tombowsky
in Holland vom
14. Februar 1942