Wer weiter mit Juden Geschäftsbeziehungen unterhielt, musste damit
rechnen, öffentlich angeprangert zu werden. - Nachdem 1935 der
jüdische Großviehmarkt in Fulda von einer Nazi-Horde überfallen
und von der Polizei geschlossen wurde, gerieten die jüdischen
Viehhändler in große Existenznot. Vater Strauß konnte es kaum noch
wagen, öffentlich Viehhandel zu treiben, es war sowohl für ihn als
auch für seine Kunden zu gefährlich geworden. Da half ihm sein
christlicher Nachbar Christian Rehberg. Strauß besuchte seine Kunden
und schloss den Handel ab - Rehberg trieb das Vieh über die Straßen
und ließ es in seinem eigenen Stall stehen. Das ging eine Zeitlang so,
bis die Nazis alle jüdischen Gewerbebetriebe verboten und die
Familie kein Einkommen mehr hatte.
Am Pranger
- Fuldaer
Nachrichten vom
21.9.1933