Die noch übrig gebliebenen Rigaer Juden -vorwiegend Frauen und Kinder- hat man kurz vor dem Eintreffen des Kasseler Transportes am 12.12.1941 kaltblütig erschossen.
Die erste Zwangsarbeit bestand für viele darin, die verlassenen Behausungen in dem liquidierten Teil des Ghettos auszuräumen, Wäsche und Hausrat für die Weiterverwertung durch die Nazis zu sortieren, zu bündeln und zu einem riesengroßen Schuppen zu karren. Doch nach und nach wurden die Häftlinge einem straff geordneten Zwangsarbeitssystem unterworfen und in sogenannte Arbeitskommandos eingeteilt.
Spätestens ab Juli 1942 hatte in allen Ghettos im Osten der Abtransport in die Vernichtungslager begonnen. Die Judenräte - eine Art Selbstverwaltung - wurden gezwungen, jeweils Deportationslisten zusammen zu stellen. Im Juni 1943 befahl Himmler schließlich die Liquidierung aller Ghettos, eine Ausnahme bildete das Ghetto Lodz, das erst später aufgelöst wurde. Für die Insassen bedeutete die Räumung in aller Regel den Abtransport in ein Vernichtungslager. Das Rigaer Ghetto wurde am 2. November 1943 “geräumt”, wobei sich die meisten der inhaftierten Menschen auf ihre letzte Fahrt begeben mussten - im Viehwaggon nach Auschwitz.

Arbeitslager Salaspils ...

Nach Berichten der Überlebenden Hilde  Sherman war Salaspils "eine  Barackenstadt etwa 18 Kilometer von Riga entfernt, kurz zuvor von dem Kölner Transport in einer unendlichen Schneewüste erbaut, auf freiem Feld, ohne irgendwelche Industrie, ohne Arbeitsmöglichkeiten, ohne irgendeinen ersichtlichen Zweck. Nur zu dem Zweck der Vernichtung." Offiziell war Salaspils ein "Arbeitserziehungslager", das Nazi-Konzept "Vernichtung durch Arbeit" fand offenbar hier auf brutalste Weise Anwendung. Ähnliches berichtete auch Joseph Strauss etwa 1963  in einem Artikel, den vermutlich die Hünfelder Zeitung abdruckte:  "Wir mußten bei einer Kälte von 45 Grad unter Null schwere Stämme aus dem Wald zum Sägewerk ziehen. Unsere Unterkünfte waren alte verlauste russische Baracken, die Kost eine Scheibe Brot, Wassersuppe und schwarzer Kaffee, so daß von den 1500 männlichen Personen täglich durch Hunger und Kälte eine Unmenge starben." Im Sommer 1942 wurden die Judenbaracken des Lagers liquidiert,  nur wenige Häftlinge überlebten.  In dem Lager befanden sich in den Jahren 1942-44 auch lettische Antifaschisten.