Wieso bemerkten die Nazis Suskinds Aktivitäten nicht? Zeitzeugen berichteten, dass Suskind öfters vor die Nazi-Autoritäten zitiert wurde, um das Entkommen von Gefangenen zu erklären, dass es ihm aber stets gelungen sei,
sie
von seiner Unschuld zu überzeugen. Es habe fast geschienen, dass er "eine Art von Macht über Aus der Fünthen
hatte, als ob er ihn dazu bringen konnte, zu tun, was er wollte. "
Wie viele Erwachsene und Kinder durch den Einsatz von Walter Suskind und seiner Helfer gerettet werden
konnten, kann man nicht geanau sagen, aber sicher waren es viele. Am Ende des Krieges lebten 4500 jüdische
Kinder in Pflegefamilien versteckt in ganz Holland.
Am 29. September 1943 führten die Nazis ihre letzte große Razzia in Amsterdam durch und am 15. Dezember
wurde Walter Suskind mit seiner Frau Johanna und dem fünfjährigen Töchterchen Yvonne in das Konzentrations-lager Westerbork deportiert. Kurz darauf beorderten
die Nazis Walter Suskind nach Amsterdam zurück. Seine Freunde aus dem
holländischen Widerstand beschworen ihn, die Gelegenheit zu nutzen, um
unterzutauchen. Aber er wollte seine Frau und die kleine Tochter nicht
verlassen und ging zurück zu ihnen ins KZ-Lager. Bald danach am 3.
September 1944 wurde die Familie Suskind mit dem letzten Transport
aus Westerbork nach Theresienstadt verschleppt. Am 24. Oktober 1944
kam sie dann im Vernichtungslager Auschwitz an. Johanna und Yvonne
mussten sofort sterben, Walter blieb in dem Lager am Leben. Als die
russische Armee immer näher rückte, wurden die noch lebenden
Häftlinge bei eisiger Winterkälte gezwungen, in Richtung Deutschland
zu marschieren. Tausende starben auf diesem grausamen Todesmarsch,
unter ihnen auch Walter Suskind. Wie er zu Tode kam, weiß niemand
genau. In den Amsterdamer Geburts- Heirats- und Todesregistern
befindet sich nur eine kurze, nüchterne Notiz. Sie lautet:
“Suskind, Walter, starb am 28. Februar 1945 in Zentraleuropa.”