Wegen der hierdurch ausgelösten Ängste und weil ein unverbindlich zugesagter
Zuschuss aus den staatlichen Friedhofs-Pflegegeldern fraglich blieb, kam man
auch jetzt zu keiner Lösung. Nachdem Joseph Strauss im August 1965 gestorben
war, führte dessen Frau Lilly seine Arbeit im New Yorker Komitee weiter fort.
Noch unter dem Eindruck der Bamberger Ereignisse, schlug sie gegen Ende des
Jahres erneut ein bescheideneres Projekt vor, welches vorsah, ”eine kupferne
Platte am Boden leicht erhöht anzubringen.” Nachdem der Landesverband die
Komiteemitlglieder beruhigen konnte, wurde diese Idee aber nicht weiter verfolgt.
Aufgrund der Schwierigkeiten, über den Ozean hinweg alle Planungen und Ver-handlungen zwischen den zuständigen Stellen zu koordinieren, zog sich die Reali-sierung des Denkmals weiter hin. Im Mai 1968 musste das Komitee erneut eine
Zeichnung mit der gewünschten Beschriftung einreichen, da die betreffende
Postsendung verloren gegangen war. Als man nun endlich alle
Hürden genommen hatte und auch der hessische Innenminister
einen Zuschuss gewährte, konnte schließlich Ende des Jahres
1968 der abschließende Entwurf durch Steinmetzmeister Faust
in Burghaun ausgeführt werden. Die Inschrift des Steines lautet:
In den Jahren der Gewaltherrschaft von 1933-1945
verloren durch die Verfolgung 154 jüdische Menschen
aus dem Kreise Hünfeld ihr Leben. Zur Erinnerung und
Mahnung wurde dieser Gedenkstein errichtet.
Ein Gedenkstein für die Ermordeten