Meine Mutter hat immer mehr  verdient als mein Vater,  weil sie eben so  geschickt war. Nie hat mein Vater, so lange er in diesem Land gearbeitet  hat, mehr als 100  Dollar erreicht. Es war sehr schwer für ihn, überhaupt eine Arbeit zu finden. Erstens sprach er nur ganz wenig  Englisch und  zweitens konnte er ja keine richtige Berufsausbildung vorweisen. Zwar hatte er in Hünfeld das elterliche Ge-schäft geführt, aber doch keine kaufmännische Lehre durchlaufen. Es gab also kein spezielles Fach, kein Zeugnis, er konnte kein Papier vor-legen. Die Leute, die einen  wirklichen Beruf erlernt hatten, wie zum Beispiel Metzger, die haben hier alle ein gutes Leben gehabt. Schließlich fand mein Vater seine erste Arbeit in einer Feuerzeug-Firma. Er wurde dort an-gelernt, Feuerzeuge zu reparieren. Im Grunde war er aber immer ein Hilfsarbeiter und wurde entsprechend schlecht bezahlt. Später hat er bei einer Firma Speier in der Verpackungsabtei-lung gearbeitet. Die stellten Gürtel her.
 
  
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Familie Strauss 1951 in New York - ohne Emilie, die den Holocaust nicht überlebt hatte. Alfred leistete gerade Militärdienst in der US- Army.
  
Aufbau einer neuen Existenz in New York
 










                                                                                                                                                          


 
Das neue Leben in USA war nicht ein-fach. Die einst gut situierte Familie, der man alles genommen hatte, war mit nichts in New York angekommen und musste völlig von Neuem beginnen. Auch dauerte es Jahre, bis die berechtig-ten Ansprüche auf "Wiedergutmachung" endlich durchgesetzt werden konnten.