Aufbau einer neuen Existenz in New York
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Wir kamen also im April 1946 nach zwei Wochen anstrengender Schiffsfahrt von Göteborg über Liverpool und Halifax, dann entlang der Küste nach New York. Dort empfing uns Irving Flörsheim, der Sohn von Jakob  Flörsheim aus Hünfeld, der schon lange in USA lebte. (S. 5, Fam. 1)
Unsere erste Unterkunft in New York war bei der Familie Albert Flörsheim, auch aus Hün-feld:  Albert und Else Flörsheim mit den beiden Töchtern Berta und Erika, die zu der Zeit noch nicht verheiratet waren. (S. 5, Fam. 3) Dort war aber zu wenig Platz für uns alle. So habe ich dann bei einer Cousine meiner  Mutter gewohnt und meine Schwester Gertrud bei einem Cousin, so lange bis wir eine eigene  Wohnung in der Amsterdam Avenue im Stadtteil Washington Heights bekamen. 
Hier lebten hauptsächlich Emigranten und überlebende Juden aus Deutschland, daher nannte man das Viertel ironischerweise  "das 4. Reich". Meine Mutter hat in einer Handschuhfabrik gearbeitet,  in Washington Heights. Ich habe in dieser Fabrik nachmittags  ge-kehrt, um den Platz für den anderen Tag sauber zu machen. Meine Mutter hat dort mehrere Jahre im Akkord geschuftet. Sie war enorm flink und hat meistens das Maximum verdient, was man be-kommen konnte.  Später hat sie downtown (südliches Manhatten) in einer anderen Textilfabrik an der Nähmaschine gearbeitet.
Gertrud und Alfred in New York