Dann kam am 30. April 1945 der Kom-mandant und sagte uns, dass wir am
nächsten Tag nach Schweden sollten.
Dies konnte natürlich niemand glauben,
und gleich wurde vermutet, dass es eine
“Aktion” geben wird.
Aber tatsächlich kamen am nächsten
Morgen Autos vom Roten Kreuz und holten
uns aus der Hölle.
Als wir schon fuhren und ich nach vielen
Monaten wieder neben Joseph saß, konnte
ich nur fragen: 'Joseph, ist es wahr, oder
träume ich?'
Lilly und Joseph Strauss 1945 in Schweden
Diese außergewöhnliche Rettung nach Schweden ist folgendem Umstand zu verdanken:
"Gegen Ende des Krieges wollte SS-Chef Heinrich Himmler seine Familie ins neutrale
Schweden retten und vereinbarte deshalb einen Austausch mit einer gewissen Anzahl
polnischer Frauen. Dann aber wurden jüdische Häftlinge für den Austausch genom-men." So heißt es im Bericht von Martin Löwenberg, gebürtig aus Schenklengsfeld
(Kreis Hersfeld), der wie Joseph und Lilly Strauss auf diese Weise dem Tod entkam.
Die Rettungsaktion war ein Ergebnis aus Verhandlungen von Graf Bernadotte,
Vizepräsident vom Schwedischen Roten Kreuz, mit Heinrich Himmler.
Todesmarsch und Errettung