Sklavenarbeit im Kommando A.B.A
Wir haben noch einige Schiffe verladen und gingen dann mit dem A.B.A. nach Libau,
wo wir uns drei Tage bei größtem Sturm auf dem Wasser befanden. Es war wohl
keiner dabei, der nicht seekrank war.
In Liebau waren wir dann 5 Monate. Hier gab es enorm viel Arbeit, wir mussten
Schiffe be- und entladen. Oft hatte man drei Schichten mit je 12 Stunden, sodass man
36 Stunden, ohne zu schlafen, arbeiten musste. Hier hatten wir sehr schwere
Fliegerangriffe, und wir erlitten auch Verluste.
An einem Abend verloren wir 13 unserer besten Leute. In Gefahr waren wir hier
ständig, bei Tag und bei Nacht. Ganze Lagerhallen der A.B.A. wurden bombardiert
und gingen in Flammen auf.
Im Februar 1945 brachen wir in Liebau auf. Wir sollten mit dem Schiff nach Lübeck
gebracht werden, um dort eine neue A.B.A. zu gründen. Sechs Tage fuhren wir mit
einem Kohlendampfer auf der Ostsee unter schwerster Minen- und Luftgefahr. Es
waren für uns auch komische Gefühle, nach Deutschland zurückzufahren! Schon auf
dem Schiff erhielt unser Chef den Befehl, uns nach Hamburg zu bringen.
Als wir dort ankamen, wurden wir ins Gefängnis Fuhlsbüttel gebracht, also wieder
der SS übergeben. Hier waren wir 6 Wochen. Die Männer gingen in die Stadt, um
Aufräumungsarbeiten zu machen. Wir Frauen wurden mit 76 Personen in einem Haus,
das normalerweise nur 36 Personen fasste, während der 6 Wochen eingesperrt und
mussten Strümpfe für die Wehrmacht stopfen.
Die Männer haben wir während dieser Wochen nicht gesehen.