Sklavenarbeit im Kommando A.B.A
Man ersann immer neue Schikanen gegen uns: Erst bekamen die Männer die Köpfe kahl
geschoren. Dann schnitt man ihnen nur einen breiten Streifen in der Mitte des Haares.
Dann im Juni 1944 bekamen alle Frauen und Mädchen die Haare kahl abgeschoren. Im
Monat Juli war wieder etwas anderes: Da kam ein Arzt von der SS Kaiserwald und
suchte alle Kranken und Schwachen aus. Natürlich traf es auch viele Gesunde und
Junge, wie es immer bei sochen Aktionen war. Menschen, die einen Bruch hatten, den
sie sich infolge der schweren Arbeit bei dem A.B.A. zugezogen hatten, mussten
natürlich auch mit fort. Hierbei gingen von unseren Verwandten: Emma Heiser, Aron
Wertheim, Frieda Kaiser -die Frau von Baruch Kaiser (dies ist der Bruder von
Berthas Mann) und Blättner mit seiner Frau. Die Schwiegermutter von ihm und sein
Kind mussten am 2. November mit fort.
Das Leben ging weiter, aber man war in ständiger Angst, weil durch das
Näherkommen der Front Riga in Gefahr war, und wir damit rechnen mussten,
fortzukommen.
Vor jeder Veränderung hatten wir große Angst. Im August wurde dann ca. die Hälfte
unserer Leute abtransportiert. Anfangs waren wir ca. 1300 Menschen. Davon gingen
Anfang 1944 ca. 200 Leute nach Grottingen in Litauen, ca. 120 mit der Krebsbach-Aktion, ca. 500 im August nach dem KZ-Lager Stutthof bei Danzig.
Im September war es dann soweit, dass Riga geräumt werden musste. Und so kam dann
am 26. September der Rest auch nach dem KZ-Lager Stutthof - bis auf 200 Menschen.
Zu diesen 200 Menschen gehörten auch wir.