Diese Kasernierung wurde von einem Unteroffizier der
Wehrmacht, welcher dann unser Kommandant war, geleitet
und unterstand dem KZ-Lager Kaiserwald. Ich muss aber
bemerken, dass dieser Wehrmachtssoldat in der Behand-lung den Juden gegenüber oft schlimmer war, als ein SS-Mann. Die Arbeit bei dem Armeebekleidungsamt war
folgende: Sämtliche Militärkleidung von den Toten der
östlichen Schlachtfelder kam nach Riga. Dort wurde sie
begast, von uns sortiert, gewaschen und wieder instand
gesetzt, sodass sie wieder ausgabefähig war. Es wurden
enorme Leistungen verlangt, und es gab wirklich jeder sein
Bestes. Dies trug auch viel dazu bei, dass sich diese
Kasernierung am längsten hielt. Allerdings, Aufregungen
blieben trotz der schweren Arbeit auch hier nicht aus: Nach
kaum 5 Monaten holte man die damals am 2. No-vember
durch Verstecken geretteten Kinder und brachte auch diese
ins Ungewisse. Es war grauenhaft, diese Szenen immer
mitzuerleben, und dann erinnerten sie uns auch wieder
daran, was wohl mit unseren eigenen Kindern geschehen
sein mochte. Dieser Gedanke quälte uns ja ständig, denn
wir waren doch unterrichtet, dass in Holland auch alle
Juden deportiert wurden.
Sklavenarbeit im Kommando A.B.A
Dieses Medaillon mit kleinen
Bildchen der geliebten, so
schmerzlich vermissten Kinder,
trug Lilly während der Zeit
ihrer Gefangenschaft am
Körper. Es wurde im Ghetto
Riga aus einem kleinen
Lederrest gefertigt.