Selbst dass man uns alle an den Erhängten als Abschreckungsmittel vorbeiführte,
konnte uns nicht dazu bringen, es zu unterlassen. Schließlich war es ja auch ganz
gleich, wie man sein Leben aufs Spiel setzte. Der Hungertod wäre uns sicher gewesen,
hätten wir nichts mit nach Hause gebracht.
Eine milde Strafe war bei kleinen Vergehen, dass man den Frauen die Haare abschnitt.
Dann mussten sie am Eingangstor stehen, wenn wir abends nach Hause kamen. Es sah
entsetzlich aus, aber es wirkte nicht als Abschreckungsmittel.
Judenghetto von Riga 1941 - 1943
Die Inschrift der Tafeln an den
Ghettozäunen lautete:
Auf Personen, die den Zaun
überschreiten oder den Versuch
machen, durch den Zaun mit
den Insassen des Ghettos in
Verbindung zu treten, wird ohne
Anruf geschossen.
Lebensbedingungen im Ghetto Riga - Überlebensstrategien