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Lebensbedingungen im Ghetto Riga - Überlebensstrategien
 
 
 
Unser Kommandant war ein deutscher Ober-sturmführer, auch sein Adjutant war aus Deutschland. Diese konnten Menschen auch ohne  Grund rücksichtslos erschießen,  denn es waren richtige Bluthunde.  Als wir so einige Wochen im Ghetto verbracht hatten, teilte man die Leute in verschiedene Arbeitskommandos ein. Und nun gingen viele Gruppen zur Wehrmacht und teils zur SS arbeiten. Dort gab es oft Gelegenheit, etwas zu klauen, welches wir “Organisieren” nannten. Auch konnte man Wäsche und Kleider, die man in den lettischen Häusern “requiriert” hatte,  gegen  Lebensmittel bei den dort beschäftigten lettischen arischen Arbeitern tauschen und mitbringen. Beides war natürlich verboten,  und so konnte man die Sachen nur unter Todesgefahr ins Ghetto herein tragen. Täglich wurden Leute bei den Kontrollen erwischt und dann  erschossen oder erhängt.
 
 
Riga 1942 - Insassen des Rigaer Juden-ghettos in langen  Kolonnen auf dem Weg zur Arbeit