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Lebensbedingungen im Ghetto Riga - Überlebensstrategien
 
  
Sehr groß war der Hunger im Ghetto. Die Zuteilungen waren so gering, dass viele Hungers starben. Anfangs gab es gar nichts zu essen. Da schlich man sich in die noch unbewohnten lettischen Häuser, was auch sehr gefährlich war, und suchte nach allem Möglichen. Gefundene Kartoffeln waren gefroren, aber das machte nichts, wir aßen
sie doch. Kinder und auch Große durchwühlten die Komposthaufen und suchten allen Dreck zusammen. Dass die Menschen dann Krankheiten und Ausschläge u.s.w. bekamen, blieb nicht aus. Das Durchsuchen der lettischen Häuser nach Lebensmitteln und Kleidern nannte man “Requirieren”.  Und so gingen alle und durchstöberten diese Häuser.  Eines Tages wurde ich und noch einige andere von der lettischen SS hierbei gefasst. Man nahm uns die Sachen ab und verschlug uns, und wir dankten Gott, dass wir noch mit dem Leben davonge-
kommen waren. So ging man einige
Tage nicht hin bis der Hunger uns
dazu trieb, doch wieder zu gehen.
Bedroht war man im Ghetto ja stän-
dig, sogar des Nachts brachen die
lettischen SS-Leute, die uns größ-
tenteils bewachten, in den Häusern
ein, vergewaltigten Mädels und
Frauen, auch Jungens, und beraub-
ten sie dann noch der Kleider u.s.w.