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Ankunft in Riga - Verschleppung nach Salaspils
Wir durften nur das Notwendigste mitnehmen, weil wir im Ghetto alles vorfinden würden.  An Gepäck durften wir mitnehmen pro Person 50 kg und noch Handgepäck. Beim großen Gepäck waren wir gleich skeptisch, aber unser  Handgepäck  glaubten wir sicher, nachdem wir es doch bei uns hatten. Wir sahen weder das eine noch das andere wieder. Nur was wir an der Hand mitnahmen, hatten wir tatsächlich von unseren Sachen.
In Riga am Bahnhof (stand) eine Menge SS. Es war an dem Tag furchtbares Wetter, Glatteis, dass man kaum stehen konnte. In der Nähe des Bahnhofs standen Omnibusse, hiermit durften Alte und Kranke fahren. Unsere Mutter fuhr auch mit.  Aber wir wussten gar nicht, dass hierbei eine so große Gefahr bestand, denn damals hatte man die Tücke dieser Banditen noch nicht richtig erkannt. Bei unserem Transport kamen diese Autos tatsächlich noch ins Ghetto, weil da die Löcher für die  Massengräber noch nicht fertig waren. Diese mussten später unsere Männer schaufeln, die aber über ihre Tätigkeit größte Schweigepflicht hatten.
Unser Zug von etwa 1000 Menschen lief dann ca. zwei Stunden zu dem Ghetto hin. Viele warfen unterwegs unter dem Druck der Last noch von ihrem Gepäck fort.
Ungefähr eine halbe Stunde bevor wir das Ghetto erreichten erging der Befehl, dass alle Männer von 17 bis 45 Jahren zur  Seite treten möchten.  Unser Transportleiter, Dan Blättner aus Kassel, sagte im Auftrag des Kommandanten, dass sie in ein Lager voraus gehen sollen, um es fertig zu bauen. In ca. acht Tagen kämen wir anderen nach.