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In Ystad kamen wir zuerst in Quarantäne, in einem Hotel. Man wollte sicher gehen, dass wir nicht irgend welche ansteckenden Krankheiten herein schleppten. Nach drei Wochen fuhren wir nach Stockholm, um unsere Eltern zu treffen. Sie hielten sich auf einer kleinen Insel namens Kummelnäs in einem Flüchtlingslager auf. Direkt gegenüber von dem Grand Hotel in  Stockholm hing ein  Fahrplan, von da gingen die Schiffe ab zu den verschiedenen Inseln.

 
  
 
Natürlich waren wir voller Anspannung. Besonders für meine Schwester war es sehr schwer, es waren ja sechs Jahre vergan-gen, seit wir nach Holland kamen und unsere Eltern nicht mehr gesehen haben. Damals war die Gertrud erst vier Jahre alt ge-wesen.  Jetzt konnte sie überhaupt nicht mit ihren eigenen Eltern sprechen, denn sie sprach nur holländisch. So war
ich praktisch der Dolmetscher in der Familie.

  
Links: Auf der Quarantäne-Station in Ystad

Rechts: Lilly Strauss mit Alfred und Gertrud, die Mitte Oktober 1945 bei ihren Eltern im Flüchtlingslager Tynningö Höganäs bei Stockholm eingetroffen waren
Befreiung und Wiedervereintsein