Dieser Cahn brachte mich dann zu seiner Kompanie und
dort zu einem Leutnant Lipschütz, dem ich von meinen
Verwandten in San Francisco erzählte. Auch er hat nach
USA geschrieben, an seine Mutter, dass er mich gesehen
hat bei der Familie Eisemann. Die Mutter hat dann über
die Hilfsorganisation HIAS meine Verwandten ausfindig
gemacht, mit denen ich auf diese Weise in Verbindung
kam. Meine Eltern haben nach ihrer Errettung kurz vor
Kriegsende von Schweden aus ebenfalls mit unseren
Leuten in USA Kontakt aufgenommen und so von meinem
Aufenthaltsort erfahren. Ich wurde ja schon im November
1944 befreit, Gertrud in Apeldoorn erst im Frühjahr 1945.
Eine jüdische Organisation hat uns wieder zusammen ge-bracht. Natürlich war die Familie Cohen traurig, denn die
Gertrud war für sie wie eine Tochter. Die Cohens hatten
wohl gehofft, das Kind könnte bei ihnen bleiben.
Nach den Entbehrungen durch den Krieg schickte 1945
das Rote Kreuz im Herbst holländische Kinder zur
Erholung nach Schweden, meine Schwester und ich
waren auch dabei. Der Zug fuhr durch Dänemark, über
Kopenhagen, Malmö und weiter nach Ystad an der
Südküste von Schweden.
Alfred während seiner Zeit bei der
Familie Eisemann/Daniel
Befreiung und Wiedervereintsein