In der Joodse Invalide: Am nächsten Tag hat er
mich an einen anderen Ort gebracht. Es ist
schwer zu begreifen, denn eigentlich hat er
mich in den Rachen des Löwen gesteckt:
Er hat mich nämlich in die Joodse Invalide
zurück gebracht, aber nicht als Gefangenen
sondern als Arbeiter, unter meinem richtigen
Namen. Die Joodse Invalide war ja neben der
Joodse Schouwburg auch eine Sammelstelle
vor der Deportation, f ür die Alten und
Kranken. Der Direktor war ein Dr. de Hertog.
Dort war ich für ein paar Tage und habe in
der Verwaltung gearbeitet. Ich hatte nicht
einmal Angst, war mir der Gefahr offenbar
nicht bewusst. Das ist für mich wirklich
schwer zu begreifen, anscheinend hat man
mich irgendwie übersehen, oder sonst was.
Oder wusste dieser Rechtsanwalt, was er tat,
als er mich in die Joodse Invalide zurück
brachte. Stand er vielleicht mit Walter Suskind
in Verbindung? Man wird es nie genau wissen.
Gedenktafel zur Erinnerung an die
Geschehnisse von 1943 im Eingang der
Joodse Invalide. Die Inschrift lautet:
Von diesem Gebäude der “Joodsche
Invalide” wurden die Insassen am 1.
März 1943 in den Tod durch ihre Feinde
abtransportiert. Das Eisen ihrer Fesseln
half, den Staat Israel zu schmieden.
Von einem Unterschlupf zum anderen