Ein riskanter Sprung: Schließlich haben sie
dann auch die Isolierstation ausgeräumt und
haben uns mit Lastwagen zur Joodse Invalide
(ein jüdisches Altenheim) abtransportiert. Von
dort sollten die Leute dann nach Westerbork
gebracht werden. Die Alten und Kranken kamen
also nicht zur Schouwburg, wo normalerweise
der Sammelplatz vor der Deportation war.
Und als wir da vor der Joodse Invalide mit den
Lastwagen standen, bemerkte ich, dass nur ein
SS-Mann, der natürlich bewaffnet war, die vier
oder fünf Lastwagen mit den Alten und Kranken,
darunter ich als gesunder Junge, bewachte. Und
wie er mir den Rücken zugedreht hat, bin ich
kurz entschlossen vom Auto runter gesprungen
und um die nächste Ecke gerannt. Zufälliger-weise hab ich an der Wohnung einer jüdischen
Familie geschellt - ein Rechtsanwalt, der noch
arbeiten durfte und zwar für den "Joodse Rat".
Dort konnte ich erst einmal übernachten.
Jüdisches Altersheim "Joodse Invalide" im
Jahr 2000 von Alfred Strauss fotografiert
Von einem Unterschlupf zum anderen