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Von einem Unterschlupf zum anderen
  
Meine Schwester Emilie hat mich einmal besucht, am Anfang, als ich in dem Krankenhaus krank lag. Ein paar Tage später ist sie bei einer Razzia gefasst worden. Das war ungefähr zwei oder drei Wochen nachdem ich verhaftet worden war. Kurze Zeit später bekam ich eine Postkarte von ihr aus dem Lager Westerbork. Danach habe ich nichts mehr von ihr gehört. Auch von meinen Eltern habe ich in dieser Zeit nie ein einziges Lebenszeichen bekommen, von keinem!  Zu dieser Zeit wussten wir nichts Genaueres, wohin man die Menschen von Westerbork
verschleppte und was mit
ihnen geschah. Wir hatten
keine Ahnung. Und dann kam
der Tag, an dem das ganze
Krankenhaus geleert wurde.
Vorher gingen die Nazis
durch sämtliche Stationen
und suchten die Patienten
heraus, die gesund schienen,
um sie nach Westerbork zu
deportieren. Aber vor der
Isolierabteilung hatten sie
Angst, die kam ganz zuletzt
dran sowie die alten und
kränklichen Leute.