Über die letzte Zeit in Hünfeld wissen wir wenig. Aber sie musss für die zurück
gebliebenen Familienangehörigen sehr bitter gewesen sein. Seit 1. September 1941
mussten sie den gelben Stern tragen. Die einst gutsituierte Familie litt Not und wurde
zur Zwangsarbeit in den Wald geschickt. Haus- und Grundbesitz musste Joseph
endgültig verkaufen, um Geldmittel für eine bescheidene Existenz der Restfamilie zu
haben. Er durfte ja ohnehin nicht frei über die auf Sperrkonto gezahlte Kaufsumme
verfügen. Die Devisenstelle gab nach entsprechender Prüfung monatlich nur einen
notwendigen Betrag für den Lebensunterhalt frei. Mitte November 1941 sollte die
Familie das Haus verlassen und zum Kohlenhändler Kohlmann ziehen. Daraus wurde
aber nichts mehr, denn kurz darauf kam der Bescheid über die Deportation.
Haus Strauss nach dem Krieg - Familie Kraus
kaufte das Anwesen 1952. Die Vorbesitzerin
Kremer wohnte 1952 noch im 1. Stock. Überhaupt
sei das Haus voller Menschen gewesen, meist
Flüchtlinge, sodass die Familie Kraus zunächst nur
drei Räume bezog und erst nach und nach alles
bewohnen konnte.
Von der "Kristallnacht" bis zur Deportation