Angesichts der vernichteten Existenzgrundlage und der immer bedrohlicher
werdenden Situation blieb Joseph und Lilly Strauss nichts anderes übrig, als
die Flucht aus Deutschland ins Auge zu fassen. Es konnte aber Monate oder
gar Jahre dauern, bis alle Formalitäten erfüllt waren. So versuchten sie, so
schnell als möglich zunächst nur die Kinder in Sicherheit zu bringen und
meldeten sie beim jüdischen Hilfsverein für einen Kindertransport ins Ausland
an. Im März 1939 kam der Bescheid, dass Milly, Alfred und die kleine Gertrud
für einen Kindertransport nach Holland vorgesehen seien. Der Tag des
Abschieds kam Ende des Monats, kurz nach dem 26. März.
"Von Hünfeld Jos. Strauss seine 3 Kinder gehen diese Woche nach Holland mit einem
Transport" - So schrieb Abraham Strauß aus Burghaun am 26. März 1939 an seinen Sohn
Feiber nach Palästina.
Von der "Kristallnacht" bis zur Deportation