So wechselten die Verfolgten zwischen fünf frommen und
gottesfürchtigen Bauernfamilien hin und her, denen ihre
Menschlichkeit höher stand als unrechtes Gesetz. Selbst mit den
neuen Papieren blieb eine ständige Furcht. Aufatmen konnte
Marga Spiegel erst nach Kriegsende im Mai 1945, als sich auch
ihr Ehemann Siegmund Spiegel endlich wieder als freier Mensch
bewegen konnte. Das Ehepaar zog wieder zurück nach Ahlen,
wo im Mai 1946 der Sohn Daniel geboren wurde.
Doch 1966 sahen sich
Marga und Siegmund
Spiegel erneut
antisemitischen
Angriffen ausgesetzt;
und dies sollte nicht der
letzte Angriff der
Unbelehrbaren sein. Als
Siegmund Menne
Spiegel 1982 starb, zog
Marga Rothschild
Spiegel nach Münster,
wo sie noch heute lebt.