Nach zwei Monaten verließ Marga
Spiegel mit dem Kind zur Sicherheit
aller Beteiligten den Hof der
Siekmanns und zog wieder zu den
Aschoffs. Nun galt für alle noch mehr
Vorsicht als zuvor.
Zu dieser Zeit gab es die ersten
Gerüchte über Massenerschießungen,
KZs in Polen und Gaskammern – ein
Weg, den 37 Verwandte der Familie
Spiegel gezwungen wurden zu
gehen. Als am 29. Oktober 1944 die
Stadt Münster durch alliierte
Bombenangriffe in Schutt und Asche
fiel, sah Marga Spiegel endlich eine
Chance, „legal“ an neue Papiere zu
kommen. Doch zuerst musste sie das
Misstrauen des zuständigen Beamten
durch eine glaubwürdige
Lügengeschichte überwinden.
Wie froh war sie, als sie endlich die
ersehnten Papiere mit den
notwendigen Stempeln in den
Händen hielt. Nun war sie also auch
offiziell die ausgebombte „Margarete
Krone“.
Auf dem Hof von Heinrich Aschoff endete das
Leben im Untergrund für Marga und Karin Spiegel.