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Projekt Marga Spiegel
Die tiefgläubige Familie Familie Siekmann wurde in ihrer menschlichen Haltung durch den Prior des Kapuzinerklosters Werne, Pater Venatius, bestärkt, der auch Marga Spiegel oft Trost spendete. Um keine der so großherzlig helfenden Bauernfamilien übermäßig zu belasten, pendelte Marga Spiegel mit der kleinen Karin „Krone“ bald zwischen den Aschoffs, der Familie Sieckmann und der Familie Südfeld in Südkirchen, wo sie als Freundin der Tochter galt. Diese hatte seinerzeit die im Kindbett liegende Hausfrau des Hofes Pentrop vertreten, als Siegmund Spiegel sich dort versteckt hielt. Nach einem Zwischenfall bei einer Familienfeier der Aschoffs, bei der der Tochter des Hauses aus einem von Marga Spiegel erborgten Handschuh der dort versteckte Judenstern heraus fiel, hielt man es für besser, wenn „Frau Krone“ sich erst einmal einen anderen Unterschlupf sichern würde. Da erwiesen sich dann wieder die Pentrops als unerschrocken, obwohl der Aufenthalts Siegmund Spiegels doch dort durch den Pflichtjahrjungen entdeckt worden war. Und noch einmal sollte es auf diesem Hof für alle Beteiligten zu einer Nervenprobe kommen, als die Gendarmen ermutlich durch eine Unachtsamkeit davon Kenntnis erhielten, dass sich eine „unangemeldete Person“ auf dem Hof aufhalten solle. Doch Bauern Pentrop behielt die Nerven, und so zogen die Gendarmen ohne die geplante Durchsuchung des Hofes wieder ab. Mit den Worten Erst die Entdeckung ihres Mannes hier, und jetzt das. Das geht über meine Kräfte. Ich kann einfach nicht mehr! bat sie Bauer Pentrop, sich umgehend ein anderes Versteck zu suchen. So schwer es für mich war, ich konnte ihn nur zu gut verstehen, erinnert sich Marga Spiegel. Da sprang wieder die Familie Siekmann in Werne ein. Mit Hilfe des Kapuziner-Paters Venatius konnte man Siegmund Spiegel bei der Familie Silkenböhner warnen. Der Pater bot Marga Spiegel darüber hinaus als letzte Rettungsmöglichkeit sein Kloster an.
Pater Venantius Roters (1900-1979), Kapuzinerkloster Werne