Auch Marga Spiegel hatte quälende Sorgen, denn ihre Tochter Karin wurde krank. Unter falschem Namen
konnte sie sie in einem Krankenhaus in Ascheberg unterbringen. Um bei den Aschoffs nicht weiter
aufzufallen, wechselten Mutter und Kind danach das Versteck und zogen zu Hubert und Theresa
Sieckmann, jenen Bauern in Werne, welche bereits ihrem Mann geholfen hatten. Ohne Zögern willigten sie
ein, dass Karin und ich zu ihnen kommen können, wann und wie lange wir immer wollen. Wer kann
ermessen, was dass damals hieß? Diese Menschen begaben sich in die größte Gefahr, nicht nur für sich,
sondern auch für alle Familienangehörigen. Wenn auch
nur irgendwo ihre Hilfe entdeckt worden wäre, alle unsere Retter hätten mit ihrem Leben dafür bezahlen
müssen. Sie aber zeigten keine Furcht und verwirklichten an uns ein gläubiges Werk der Nächstenliebe.
Johanna Sickmann,
Bernhard Sickmann und
Heinrich Silkenbömer