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Projekt Marga Spiegel
Manchmal konnte Marga Spiegel mit der kleinen Karin sogar ihren Mann heimlich bei der Familie Pentrop besuchen. So konnte Siegmund Spiegel wenigstens ab und zu sein Kind sehen, dem man erzählt hatte, dass sein Vater Soldat sei. Um dies bei einem Besuch glaubhaft zu machen, zog er sogar eine alte Feuerwehruniform an und hängte sich das eiserne Kreuz um, welches ihm im Ersten Weltkrieg verliehen worden war. Dieser Anblick stellte die Vierjährige vollauf zufrieden, denn Uniformen und Ordenszeichen kannte sie ja von den Besuchern des Aschoffschen Hofes. Wenn es auch immer wieder zu gefährlichen Situationen des Erkennens und Nachfragens durch Besucher kam, so waren die drei Verfolgten in ihren Verstecken doch relativ sicher. Doch eines Tages wurde Siegmund Spiegel bei den Pentrops von einem Pflichtjahrjungen entdeckt. Er musste den Hof umgehend verlassen. Zunächst fand er Aufnahme bei einer Bauernfamilie in Ascheberg, die letztlich aber den Belastungen, einen Juden zu verstecken, nicht gewachsen war und ihn
bat, sich ein anderes Versteck zu suchen. Nur wohin? Sein Weg führte ihn auf den Hof von Heinrich Silkenböhner in Nordkirchen. Welch unbeschreiblicher Mut und welch tiefe Gläubigkeit muß die Menschen dort beseelt haben, daß sie meinen Mann, der wie ein Aussätziger zu ihnen kam, sofort einließen.
(oben) Hof Pentrup
(links) Hof Silkenbömer