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Projekt Marga Spiegel
Doch der tägliche Terror ging weiter. Eine Auswanderung war nicht mehr möglich, vor
allem nicht, nachdem der Krieg begonnen hatte. Um die Stadt Ahlen „judenrein“ zu machen, wurden die jüdischen Einwohner im Oktober 1939 einfach vertrieben. Die Familie Spiegel musste nach Dortmund umziehen. Hier hatten sie, wie überall im Reich, unter den endlosen Verboten für die jüdischen Menschen zu leiden: Sie durften sich nicht mehr frei und ungehindert jederzeit bewegen und keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, keine Fahrräder oder Radioapparate besitzen, kein Telefon mehr haben. Sämtliche Wertsachen waren gegen einen lächerlichen Betrag abzuliefern. Dazu gesellten sich nach Kriegsbeginn mehr und mehr die Probleme einer ausreichenden Versorgung, vor allem für die kleine Tochter Karin, denn Lebensmittel wurden unzureichend zugeteilt und durften nur zu bestimmten Zeiten in vorgeschriebenen Geschäften erworben werden – wenn sie denn dann noch erhältlich waren. Und seit dem 1. September 1941 mussten alle Juden den gelben Stern tragen.
Im Herbst des Jahres 1941 hatte Marga Spiegel eine Fehlgeburt, und noch während sie hoch fiebernd im Krankenhaus lag, musste sie von ihrer Schwester Inge Johanna Spiegel, seit einem halben Jahr Ehefrau des Leo Spiegel, Abschied nehmen: Plötzlich stand da meine Schwester an meinem Krankenbett. Sie hatte ein Kleid aus einer dicken Decke genäht an.
Mit dem Stern darauf. 11 Sie sollte sie nie mehr wiedersehen.
  
Im November 2007 wurden sog. Stolpersteine vor dem ehemaligen Haus Rothschild in Oberaula verlegt.