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Projekt Marga Spiegel
Das Jahr, welches mit der Geburt der Tochter so glücklich für die Familie von Marga und Siegmund Spiegel begonnen hatte, sollte nach der Ermordung des Vaters jedoch noch mehr Schreckliches bringen. Die Hetze gegen die Juden nahm auch in Ahlen immer mehr zu und fand in der Pogromnacht des 9. November 1938 ihren vorläufigen Höhepunkt. Eine Horde SA-Männer drang gewaltsam in die Wohnung der Spiegels ein, zerstörten die Einrichtung und verprügelten Siegmund und Marga Spiegel sowie deren Schwester Johanna Rothschild mit Knüppeln. In den nach dem Krieg eingeleiteten Strafverfahren gelang es den Haupttätern, wie so oft, mit ganz geringen Strafen und teils sogar mit einem Freispruch davon zu kommen. Siegmund Spiegel war bis zur Pogromnacht ein überzeugter deutscher Bürger jüdischen Glaubens gewesen, welcher als Kriegsfreiwilliger des Ersten Weltkriegs stolz auf sein Eisernes Kreuz gewesen war. Es wird niemand wagen, Hand an mich zu legen! war seine feste Überzeugung. Doch nun war er nicht nur verprügelt worden, sondern wurde auch noch wie die anderen männlichen Juden Ahlens verhaftet und ins Gefängnis gesperrt. Jedoch verzögerte sich [absichtlich?] die Überstellung der Münsterländer Juden in die Konzentrationslager immer wieder, so dass letztlich alle Häftlinge nach acht bis zehn Tagen wieder frei gelassen wurden.
Als Träger des Eisernen Kreuzes für seine Tapferkeit als Soldat im Ersten Weltkrieg hielt sich Siegmund Rothschild gegenüber persönlichen Attacken geschützt: "Es wird niemand wagen, Hand an mich zu legen!"