Zu dieser Zeit (Mai/Juni 1994) lief in Deutschland der Film
„Schindlers Liste“. Fred Speier war es ein Anliegen, dass
Schülerinnen und Schüler von Niederaula sich diesen Film
ansehen sollten. Nach Heidi Rößings Rücksprache mit dem
Direktor der Schule wurde bereits im April 1994 etwa 200
Schülern und Schülerinnen der oberen Klassen mit einer
Spende von 1200 $ aus USA ermöglicht, den Film
„Schindlers Liste“ im Lichtspieltheater in Bad Hersfeld
anzusehen. Der Film berichtet von dem Unternehmer Oskar
Schindler, der versuchte das Leben der mehr als tausend
jüdischen Menschen, die in seiner Firma arbeiteten, vor
dem Rassenwahn Hitlers - alle Juden auszurotten – zu
bewahren.
Noch bei Fred Speiers Besuch Ende Mai in der
Gesamtschule, waren die Schülerinnen und Schüler, in
deren Klasse Fred Speier eingeladen war, über das
Schicksal der Juden in dem Film erschüttert. Nun waren sie
gespannt auf den Gast, der als Jude das Nazi Regime noch
miterlebt hat.
Nachdem Fred Speier 1977 in den
Ruhestand gegangen war und sich
vielfachen ehrenamtlichen
Tätigkeiten zuwenden konnte,
sollten auch die lange gehegten
Reisepläne umgesetzt werden.
Außer dem geliebten Land Israel
besuchten er mit seiner Frau
Dorothy 1985 auch wieder einmal
Niederaula. Herzlich eingeladen bei
der Tochter ihres ehemaligen
Nachbarn, nahm Fred Speier, jetzt,
nach nahezu 50 Jahren Emigration,
die Gastfreundschaft an und blieb
einigeTage in Niederaula.
Bei ihrem Besuch im Mai/Juni 1994
lernte Heidi Rößing dann Dorothy
und Fred Speier auch persönlich
kennen. Sie waren wieder Gäste bei
ihrer ehemaligen Nachbarin, wo sie
sich inzwischen sehr wohl fühlten.
Fred Speier, mit dem sie schon seit
einigen Jahren in Briefverbindung
stand, bat Heidi Rößing für diesen
Besuch in Niederaula einen Termin
mit Schülerinnen und Schülern der
Gesamtschule zu vereinbaren und
eine Gedenkfeier auf dem jüdischen
Friedhof zu organisieren.
Besuch in der G 10 der Gesamtschule Niederaula am 30. Mai 1994