Die erteilte Abrissgenehmigung sorgte für allerhand Zündstoff. Plötzlich trauerte man der verpassten
Gelegenheit nach, das Gebäude nicht schon früher, als sein Zustand eine kostengünstige Instand-setzung
noch zugelassen hätte, z.B. zu einem Museum für jüdische Heimatgeschichte umgewandelt zu haben.
Auch um die Art und den Standort einer geplanten Gedenktafel wurde so kontrovers diskutiert, dass diese
bis heute noch nicht errichtet wurde. Die Diskussion ging auch weiter, als 1987 der Eigentümer die
ehemalige Synagoge für den symbolischen Preis von 1 DM (So stand es öffentlichkeitswirksam in der
Zeitung, gezahlt wurde jedoch nichts!) zum geplanten Wiederaufbau an das Freilichtmuseum "Hessenpark"
bei Neu-Anspach im Taunus abgab und froh war, dass er den "baufälligen Kasten" auf diese Weise
losgeworden war. "Man hätte das Gebäude im Dorf lassen und hier die Synagoge rekonstruieren sollen,"
wurde argumentiert, "weil nun eine wertvolle Möglichkeit für die Erhaltung jüdischen Kulturgutes im Kreis
verloren ging." Doch die Entscheidung war gefallen. Das Gebäude wurde schon bald von Mitarbeitern des
Freilichtmuseums in seine Einzelteile zerlegt und in den "Hessenpark" verfrachtet. Ein Deckenstück mit
Davidstern und der teilweise erhaltene Rahmen des Thora-Schreins wurden dem jüdischen Museum in
Frankfurt zur Aufbewahrung überlassen. Schon im Herbst 1988 wurde im "Hessenpark" der Grundstein für
die Wiedererrichtung des Fachwerkbaues gelegt und im Sommer 1992 Richtfest gefeiert.
Die Straßenseite der
wiedererrichteten
Synagoge von
Nentershausen im
Freilichtmuseum
"Hessenpark" bei Neu-Anspach im Taunus.
2004.
Klick:
Provisorische
Gedenktafel für die
ehemalige Synagoge in
Nentershausen.