Auf der Katasterkarte von 1761 (Seite
vorher) im Staatsarchiv in Marburg sind
die Hausbesitzer von Rengshausen
eingetragen (Stand 1761). Wir entdecken
drei Hausbesitzer jüdischer Herkunft.
Am östlichen Rand des Ortes lag das Haus
von Daniel SALMEN (= SALOMON), heute
Niederbeisheimer Straße, das aber circa
1855 abgerissen worden ist. Die Hofreide
war 1/2 Acker und 8 Ruthen groß. Nicht
weit davon entfernt hatte dessen
Schwägerin, die Witwe von
Hohn/Hanna SALMEN (= SALOMON) ihr
Anwesen, spätere Haus-Nr. 59 (heute
Zum Lärchengarten 2). Sie starb aber
bereits 1769, und Haus mit Stall gingen in
christlichen Besitz über. Das Haus wurde
abgerissen und durch eine große Scheune
ersetzt.
Auf der linken Seite des Beisebogens
lagen Hofreide und Haus von Joseph
LEVY (heute Insel 7), der gleichzeitig
einen Garten und eine Erbwiese mit 9½
Ruthen besaß. 1783 wurde sein Cousin
Moses LEVI als Besitzer dieses Hauses
genannt. Es ging dann in den Besitz von
dessen Sohn Salomon LEVI über. Das
Haus wurde 1798 von der Hessischen
Brandversicherungsanstalt mit 300
Reichstalern taxiert und bekam dabei die
Haus-Nr. 38. Dieses Haus blieb in der
Hand der Nachkommen der Familie LEVI
bis 1888, allerdings dann unter dem neu
angenommenen Namen KAUFMANN. Dieses
Anwesen besteht heute noch und wird
von Einheimischen "das alte Judenhaus"
genannt.
Klick:
Haus Levi in Rengshausen, Insel 7
Ortsplan von Rengshausen mit den ehemaligen jüdischen Häusern
(markiert durch Ziffern)