Vier Wochen nach der Deportation -
Nathan HÖFLICH lebte da noch - teilte am
29. Juni 1942 das Finanzamt in Kassel dem
Grundbuchamt in Rotenburg mit , dass
Nathan Höflich am 1. Juni 1942 in das
Ausland abgeschoben worden und damit
sein "Vermögen dem Reich verfallen ist".
Nun streckt der nationalsozialistische
Staat seine Hände auch nach dessen
Grundstück und Haus in Rengshausen aus,
eingetragen im Grundbuch von
Rengshausen, Band 4, Blatt 149. "Ich
beantrage hierdurch die Umschreibung des
vorbezeichneten Grundstücks auf das
Deutsche Reich..., vertreten durch den
Oberfinanzpräsidenten Kassel".
Haus und Grundstück wurden also 1942
konfisziert und "treuhänderisch" vom
Oberfinanzpräsidenten in Kassel verwaltet.
Er veranlasste, dass dort von 1942 bis zum
Kriegsende französische Kriegsgefangene
untergebracht wurden, die bei den Bauern
arbeiten mussten. Nach dem Krieg hat das
Finanzamt Rotenburg, zuständig für die
Verwaltung und Verwertung von
Vermögen, die das Deutsche Reich den
Juden entzogen hat (Bezug auf die
Verfügung v. 29.6.1942), am 7.7.1952
sowohl Wohnhaus und Wohngrundstück als
auch zwei Ländereien an die Gemeinde in
Rengshausen vermietet bzw. verpachtet,
die beides an Bewohner von Rengshausen
weiter vermietet hat. Der schon früher
beabsichtigte, dann aber nicht erfolgte
Verkauf der Liegenschaften an einen
privaten Besitzer ist dann erst 1958
erfolgt. Über die finanzielle Abwicklung und
wer den Profit ehemaligen jüdischen
Eigentums eingesteckt hat, konnte nichts
in Erfahrung gebracht werden. Wohnhaus
und Wohngrundstück haben seit 1980
einen neuen Besitzer.
Finanzamt Kassel
Innenstadt am 29.
Juni 1942 betr. die
Einziehung des
Vermögens von
Nathan Höflich