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Projekt Jakob/Jack Hahn
Levi Hahn, Jakob (Jack) Hahns Gudensberger Großvater zog nach dem Tod seiner Frau zur Familie seines Sohnes Adolf Hahn nach Hersfeld, wo er am 8. September 1933 verstarb. Die Beisetzung fand auf dem Jüdischen Bezirks-Friedhof in Obervorschütz statt. In der Todesanzeige machen seine Nachkommen auf seine militärischen Verdienste aufmerksam. Mit all seinen Orden zeigt sich Levi Hahn (Foto oben rechts) in hohem Alter dem Fotografen.
Die Hahns, ihr Hersfelder Zweig nicht minder als der Gudensberger, gehören in die Reihe der deutsch-jüdischen Familien, für die weit über den Termin der nationalsozialistischen Machtergreifung hinaus es unvorstellbar war, was spätestens mit den antijüdischen Aktionen vom November 1938 überdeutlich wurde, nämlich ihr kompromißloser Ausschluß aus der deutschen "Volksgemeinschaft". Dieser glaubten sie sich seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert voll zugehörig, durften sie doch gleichberechtigt mit ihren christlichen Mitbürgern ihr Leben im Kampf fürs Vaterland einsetzen und den "Rock des Kaisers" tragen.Ebenso konnten sie in den verschiedensten nationalen Vereinen und Verbänden mitwirken und Auszeichnungen erwerben. Vor allem aberim geschäftlichen und gewerblichen Leben ihrer Heimatorte und für deren Gedeihen spielten sie eine wichtige Rolle. Als die Gudensberger Einzelhändler sich im März 1922 zu einer Ortsgruppe des Verbandes des Einzelhandels für Hessen und Waldeck zusammenschlossen, wählten die Aron Hahn, Adolf Hahns Cousin, zu ihrem stellvertretenden Vorsitzenden. Ebenso wurde Aron Hahn im November 1922 in den Gründungsvorstand der Gudensberger Gewerbebank, der späteren Volksbank berufen, 1924 in deren Aufsichtsrat. All dies bewahrte ihn aber nicht vor der Deportation am 9. Dezember 1941 von Kassel aus in das Ghetto Riga, wo er als "verschollen" registriert ist.
Großvater Levi Hahn  ("Veteran von 1870/71" heißt es in der Todesanzeige vom 8. Sept.1933.
  
  
© Otto Abbes