Vernichtete Existenz und Neuanfang im Ghetto
  
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Ghetto-Pass 1944/45 für Manfred Braunschweiger - Mit dem entspre-chenden Stempel und Angabe des besuchten Bezirks war der Pass jeweils einen Monat lang gültig.  Manfred durfte damit das Ghetto zwischen 7 Uhr morgens und 7 Uhr abends verlassen. 
Wir Juden durften das Ghetto nur mit einem speziellen Pass tagsüber verlassen. Der Pass war einen Monat gültig. Einmal habe ich vor der erlaubten Zeit auf dem Markt Rohmaterial für die Schmalzproduktion gekauft. Wenn ich da geschnappt worden wäre, hätte das böse Konsequenzen für mich haben können.
Mr. Goja, ein verrückter, boshafter Japaner verwaltete das Ghetto. Bei der Ver-längerung des Ghettopasses musste man sich bei ihm anstellen. Er ließ einen mitunter Stunden oder Tage stehen, selbst bei der größten Hitze - in Shanghai war es im Sommer sehr heiß. Wenn jemand gut aussah, hat ihn das besonders verärgert. Er hat sich auf den Stuhl gesetzt und gesagt: "I am the king of the Jews” (Ich bin der König der Juden). Er hat auch mitunter geohrfeigt oder jeman-den verhauen, das war so üblich. So ging das bis Ende des Krieges.