Vernichtete Existenz und Neuanfang im Ghetto
Die Sache mit dem Schmalz war sehr er-folgreich, ich habe auch ganz gut dabei
verdient. Aber auf einmal, im Februar 43,
kam eine Proklamation heraus, wonach alle
staatenlosen Flüchtlinge in einen bestimm-ten Bezirk zu ziehen hatten, also in ein
Ghetto. Es handelte sich um einen sehr
zerschossenen Stadtteil. Die Anordnung traf
alle Flüchtlinge, denen man die Pässe nicht
verlängert hatte, und den Juden hatte man
sie nicht verlängert. Aber es waren auch
Nichtjuden dabei, zum Beispiel viele nicht-jüdische Ehepartner, die sich nicht hatten
scheiden lassen, wie von den Nazis ver-langt, und die mit ausgewandert waren.
Über die internationalen Tageszeitungen
wurde die von den japanischen Militärmacht-habern herausgegebene Proklamation ver-breitet, nach der alle seit 1937 in Shanghai
angekommenen staatenlosen Flüchtlinge in
einen abgesonderten Stadtbezirk zu ziehen
hatten, was insbesondere die jüdischen
Emigranten traf.